Le Sacre du printemps – mit dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg

Landesjugendorchester BW

Landesjugendorchester Baden-Württemberg (LJO)

Johannes Klumpp, Leitung

Das Programm des heutigen Abends präsentiert vier absolute Hits aus den „Charts“ der klassischen Musik:

Modest Mussorgsky (1839-1881)
Eine Nacht auf dem kahlen Berge

Aram Chatschaturjan (1903-1978)
„Großes Adagio des Spartacus und der Phrygia“ aus Suite Nr. 2 Ballett „Spartacus“

Alexander Borodin (1833-1887)
„Polowetzer Tänze“ aus der Oper „Fürst Igor“

Igor Strawinsky (1882-1971)
Le Sacre du printemps

Modest Mussorgsky wurde von Kollegen gerne als “derber Landgutbesitzer” bezeichnet und auch für andere Vertreter der eleganten Welt in St. Petersburg und Moskau wie Tschaikowsky war der eigenwillige Alkoholiker aus der Provinz “Persona non grata”. Diesem Außenseiterdasein verdanken wir die radikal unangepasste Welt seiner Orchesterwerke und Opern, darunter die “Nacht auf dem kahlen Berge”. Das Werk, wurde zu Lebzeiten des Komponisten nie gespielt, die Urfassung wurde überhaupt erst 1968 publiziert-101 Jahre nach ihrer Vollendung! Heute gilt das Werk als eines der bekanntesten Beispiele für russische Programmmusik des 19. Jahrhunderts. Mussorgski beschreibt den Tanz der Hexen in der Johannisnacht auf der Lyssaja gora, einem Ort der slawischen Mythologie, der ähnlich dem Blocksberg, als Versammlungsort der Hexen gilt.

Spartakus ist ein abendfüllendes Ballett des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan. Das Werk bestand ursprünglich aus vier Akten, uraufgeführt wurde Spartakus 1956 in Leningrad. Verwoben mit den politischen Ereignissen wird die Liebesgeschichte zwischen dem Gladiatoren Spartakus und seiner Ehefrau Phrygia erzählt. Besonders populär wurde die Musik des Pas de deux von Spartacus und Phrygia aus dem dritten Akt. Die BBC verwendete sie als Titelmusik für die Fernsehserie Die Onedin-Linie.

Die „Polowetzer Tänze“ sind so populär wie Verdis Gefangenenchor oder Wagners Hochzeitsmarsch. Die Oper, aus der sie stammen, kennt allerdings kaum jemand: „Fürst Igor“ vom russischen Komponisten Alexander Borodin. Als Chemiker von internationalem Rang nannte er sich selbst „Sonntagskomponist“, was erklärt, warum er 18 Jahre an „Fürst Igor“ arbeitete und die Oper bei seinem Tod dennoch unvollendet hinterließ. Seine Freunde und Kollegen Alexander Glasunow und Nikolai Rimski-Korsakow nahmen sich der unzähligen Skizzen an und vervollständigten sie zu einer aufführbaren Fassung.

Die Uraufführung von Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ in der Choreografie von Nijinsky am 29. Mai 1913 am Pariser Théâtre des Champs-Elysées war einer der größten Skandale der Musikgeschichte und endete im Chaos. Das Premierenpublikum reagierte mit Pfiffen, Gelächter, Protestrufen, ja es gab sogar Handgreiflichkeiten. Aber wie so oft machen Skandale berühmt, nach dem Fiasko der Uraufführung des für Serge Diaghilevs „Ballets Russes“ komponierten Stücks kannte jeder den Namen Strawinsky. Die Musik des Sacre überschritt damals offensichtlich eine Grenze, heute haben wir uns an ganz andere Klänge gewöhnt. Aus dem einstigen Publikumsschocker ist längst ein Klassiker der Moderne geworden, der aber noch immer einen der großen Prüfsteine für jedes Orchester darstellt.

Karten erhältlich im i-Punkt, Marktplatz 1, Telefon 07031/94-325 oder über i-punkt@sindelfingen.de und unter www.sindelfingen.reservix.de

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Datum
07.11.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Veranstaltungsort

Stadthalle Sindelfingen

Schillerstr. 23
71065 Sindelfingen
Deutschland

Veranstalter

Amt für Kultur

Tel: 07031 94325

E-Mail: i-punkt@sindelfingen.de